Was isst man auf dem Weihnachtsmarkt?
Kurz: herzhaft Bratwurst, Reibekuchen und Flammkuchen, süß gebrannte Mandeln, Crêpes und Lebkuchen. Das gibt es fast überall. Was einen Markt aber unverwechselbar macht, ist die Spezialität seiner Region — Printen in Aachen, Stollen in Dresden, Rostbratwurst in Thüringen.
Herzhaft: die Klassiker
- Bratwurst im Brötchen, vom Holzkohlegrill oder aus der Pfanne. Je nach Gegend als Rostbratwurst, als Nürnberger im Dreierpack („Drei im Weckla") oder als lange Rote.
- Reibekuchen, Kartoffelpuffer, Rievkooche — derselbe Gedanke unter vielen Namen: geriebene Kartoffeln, in Fett ausgebacken, mit Apfelmus oder auf Schwarzbrot.
- Flammkuchen aus dem Holzofen, klassisch mit Schmand, Zwiebeln und Speck, oft auch vegetarisch.
- Champignons aus der Pfanne mit Knoblauch- oder Kräutersoße.
- Schupfnudeln mit Sauerkraut, im Süden fast auf jedem Markt.
- Handbrot — ein gefülltes Brot, frisch aus dem Ofen, meist mit Sauerrahm.
- Langos, ein frittierter Hefefladen mit Knoblauch, Käse oder Schmand.
- Grünkohl und Fischbrötchen eher im Norden, Dampfnudeln und Spießbraten eher im Süden und Westen.
Süß: was in die Tüte kommt
- Gebrannte Mandeln — der Duft, an dem man einen Weihnachtsmarkt erkennt, bevor man ihn sieht. Daneben gebrannte Cashews, Haselnüsse oder Erdnüsse.
- Crêpes und Waffeln, mit Zucker, Nussnougat oder Apfelmus.
- Schmalzkuchen, Quarkbällchen, Mutzen — kleine frittierte Teigstücke mit Puderzucker, je nach Region unter anderem Namen.
- Maronen, heiß geröstet in der Papiertüte.
- Schokofrüchte am Spieß und Lebkuchenherzen zum Umhängen — die isst man eher nicht, die nimmt man mit.
- Baumstriezel, ein über offenem Feuer gebackener Hefeteig, als Kürtőskalács aus Ungarn und Siebenbürgen bekannt.
Regional: was wo dazugehört
Einige Spezialitäten sind so eng mit ihrer Herkunft verbunden, dass ihr Name geschützt ist. Dresdner Christstollen, Aachener Printen und Thüringer Rostbratwurst gehören zu den geschützten geografischen Herkunftsangaben der EU; nur was nach der jeweiligen Produktspezifikation hergestellt ist, darf so heißen (Deutsches Patent- und Markenamt). Ebenso geschützt sind Nürnberger Lebkuchen und Nürnberger Rostbratwurst (Wikipedia: Lebensmittel mit geschützter geographischer Angabe).
- Dresden: Christstollen — der Striezelmarkt hat seinen Namen vom Striezel, einem alten Wort für den Stollen.
- Nürnberg: Lebkuchen und Rostbratwürste, drei im Brötchen.
- Aachen: Printen, ein hartes, würziges Gebäck mit Kandis.
- Thüringen: die Rostbratwurst vom Holzkohlegrill.
- Rheinland: Reibekuchen, dort Rievkooche, mit Apfelmus.
- Erzgebirge und Sachsen: neben dem Stollen Pulsnitzer Pfefferkuchen und Quarkkeulchen.
Wer gezielt nach einer Spezialität reisen will: Die Märkte jeder Stadt stehen auf den Stadtseiten, mit Termin und Öffnungszeiten, soweit sie veröffentlicht sind. Am schnellsten findest Du sie über die Umkreissuche.
Vegan und vegetarisch
Fleischlos essen ist auf dem Weihnachtsmarkt einfacher als vegan. Vegetarisch gehen Flammkuchen ohne Speck, Champignons, Reibekuchen, Langos, Crêpes und Schupfnudeln mit Kraut — sofern nicht mit Speck gebraten. Vegan ist schwieriger, weil Butter, Ei, Sahne und Käse in vielen Teigen und Soßen stecken.
- Oft von Natur aus vegan: gebrannte Mandeln, Maronen, Pommes, Bratkartoffeln ohne Speck, manche Reibekuchen. Sicher ist das nicht — das Rezept bestimmt der Stand.
- Inzwischen häufig: eigene vegane Stände oder vegane Bratwurst neben der klassischen, vor allem in größeren Städten.
- Fragen lohnt sich: beim Teig (Ei, Milch), bei Soßen (Joghurt, Mayonnaise) und beim Frittierfett, das auch für Fleisch und Fisch genutzt werden kann.
- Allergien: Wer auf Nüsse, Gluten oder anderes reagiert, fragt am Stand nach den Zutaten. In der Nähe von Mandelröstereien liegt Nussstaub in der Luft, und gebrannte Nüsse teilen sich oft eine Theke.
Ein paar Hinweise für hungrige Besucher
- Früh essen. Am Wochenende sind die Schlangen an den Imbissständen ab dem frühen Abend am längsten. Wer um fünf isst, steht kürzer als um sieben.
- Teilen. Die Portionen sind auf Hunger gerechnet. Zu zweit eine Bratwurst und einen Flammkuchen teilen, schafft Platz für die Mandeln danach.
- Bargeld dabei haben. Gerade an kleinen Ständen ist Karte nicht selbstverständlich.
- Mit Kindern: Pommes, Crêpes und Kinderpunsch sind sichere Wahl. Mehr dazu im Ratgeber Weihnachtsmarkt mit Kindern.
Was man dazu trinkt, von Glühwein bis Kinderpunsch, steht im Ratgeber Getränke auf dem Weihnachtsmarkt. Welcher Markt heute geöffnet hat, zeigt die Seite Heute geöffnet; für die Planung gibt es dieses Wochenende und die Adventswochenenden. Auf mittelalterlichen Märkten ist das Angebot oft ein anderes: mehr Handbrot und Spießbraten, weniger Crêpes.
Häufige Fragen
Was isst man auf dem Weihnachtsmarkt?
Herzhaft vor allem Bratwurst, Reibekuchen oder Kartoffelpuffer, Flammkuchen, Champignons mit Knoblauchsoße und Schupfnudeln mit Sauerkraut. Süß gebrannte Mandeln, Crêpes, Waffeln, Schmalzkuchen, Lebkuchen und Stollen. Dazu je nach Region eigene Spezialitäten.
Was ist typisch für den Weihnachtsmarkt?
Die Bratwurst im Brötchen und gebrannte Mandeln gibt es fast überall. Typisch ist aber vor allem das, was aus der Region kommt: Lebkuchen in Nürnberg, Printen in Aachen, Stollen in Dresden, Rostbratwurst in Thüringen.
Gibt es auf dem Weihnachtsmarkt veganes Essen?
Auf größeren Märkten meist ja, auf kleinen oft nur zufällig. Von Natur aus vegan sind häufig gebrannte Mandeln, Maronen, Pommes und manche Kartoffelpuffer. Bei Teigwaren, Soßen und Frittierfett lohnt das Nachfragen.
Was ist ein Handbrot?
Ein großes, frisch gebackenes Brot, das mit Käse, Schinken oder Gemüse gefüllt und meist mit Sauerrahm serviert wird. Man isst es aus der Hand, daher der Name. Es ist vor allem auf Mittelalter- und größeren Weihnachtsmärkten verbreitet.
Welche Stände ein Markt hat, entscheiden Veranstalter und Händler; dieses Verzeichnis führt keine Standlisten. Angaben zu geschützten Bezeichnungen nach DPMA und Wikipedia, abgerufen im Oktober 2026.
Was man dazu trinkt → · Warum der Striezelmarkt so heißt → · Märkte in der Nähe →